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Osteolabs: Meereschemie bekämpft Knochenschwund

GEOMAR-„Spin-off“ bietet Früherkennung von Osteoporose

GEOMAR - Mit Meereschemie Knochenschwund schneller erkennen: Das ist das Ziel der Osteolabs GmbH, deren Ausgründung aus dem GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel Ende August vollzogen wurde. Die Osteolabs GmbH will mit Hilfe von Spurenelementen im menschlichen Körper eine bisher nicht mögliche Früherkennung von Osteoporose erreichen und darüber hinaus den Therapieerfolg messbar machen. Ziel der Ausgründung ist es, diese neuartige Methode als Medizinprodukt und Serviceleistung an den Markt zu bringen.

Osteoporose gilt als eine der großen Volkskrankheiten. Der mit dem Alter zunehmende Abbau von Kalzium in Knochen gefährdet insbesondere bei Frauen die Stabilität des Skeletts. Die Folge sind häufige Knochenbrüche bis hin zum Verlust der Bewegungsfähigkeit. Meeresforscher des GEOMAR Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel haben gemeinsam mit Medizinern des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH) auf der Basis einer aus der Meeresforschung stammenden Analysemethode ein Früherkennungsverfahren für Osteoporose entwickelt, das eine frühzeitige Diagnose erlaubt, die wesentlich schneller ist, als die herkömmlichen Verfahren. Diese neue Methode ist Basis für die Osteolabs GmbH, die kürzlich offiziell aus dem GEOMAR ausgegründet wurde.

„Wir verwenden eine Analysemethode für Kalziumisotope, die nur Urin oder Blut für die Untersuchung benötigt“, erläutert Prof. Dr. Anton Eisenhauer, wissenschaftlicher Leiter der Osteolabs GmbH. „Dieses Verfahren kann zuverlässig und viel früher als mit den traditionellen Methoden Knochenschwund erkennen und im Krankheitsfall auch den Therapieerfolg messbar machen, um so eine personalisierte Behandlungsstrategie und optimierte Medikation sicher zu stellen“, so Eisenhauer weiter. Ziel der Ausgründung ist es, diesen Test als Medizinprodukt und Serviceleistung zur Osteoporose-Früherkennung an den Markt zu bringen.

„Bei so einem technologie- und forschungsintensiven Verfahren geht es ohne öffentliche Förderung nicht“, erläutert der Geschäftsführer der Osteolabs GmbH, Dr. Stefan Kloth. „Wir sind daher froh, dass wir auf insgesamt mehr als zwei Millionen Euro Fördergelder zurückgreifen konnten. Erst diese haben es uns ermöglicht, das Verfahren soweit zu entwickeln, dass es nun fast marktfähig ist. Es bleibt aber noch ein weiter Weg, das Verfahren schneller und somit kostengünstiger zu gestalten", so Kloth weiter.

„Die Ausgründung der Osteolabs GmbH ist ein hervorragendes Beispiel für gelungenen Technologietransfer, für die gute Zusammenarbeit unserer hochkarätigen Forschungseinrichtungen, für innovatives Denken über Branchengrenzen hinweg“, sagte Karin Prien, Ministerin für Bildung, Wissenschaft und Kultur des Landes Schleswig-Holstein, in ihrem Grußwort anlässlich der Ausgründungsfeier. „In Schleswig-Holstein haben wir eine exzellente Meeresforschung von höchstem internationalem Ruf. Deshalb freue ich mich sehr, dass nicht nur wissenschaftlichen Veröffentlichungen im Fokus stehen, sondern Ergebnisse und Ideen auch ökonomisch verwertet werden und eine praktische Umsetzung in neuen, innovativen Unternehmen erfahren“, so Prien.

Auch GEOMAR-Direktor Prof. Dr. Peter Herzig sieht die Ausgründung der Osteolabs GmbH als einen ersten wichtigen Schritt in die richtige Richtung. „Wir beobachten am GEOMAR in den letzten Jahren verstärkt einen ´Unternehmergeist`, der dazu geführt hat, dass Technologien und Verfahren, die wir in der Forschung entwickeln, auch auf ihre kommerzielle Anwendung hin überprüft werden. Durch gezielte finanzielle Unterstützung der Helmholtz-Gemeinschaft ist hier ein regelrechter Kulturwandel eingetreten. Das zeigt sich auch durch die hohe Anzahl von Patenten, die wir jedes Jahr anmelden“, sagt Professor Herzig. „Ich bin mir sicher, dass es in naher Zukunft noch weitere Unternehmensgründungen aus dem GEOMAR geben wird. Dazu wird auch die räumliche Konzentration des gesamten Forschungszentrums auf dem Kieler Seefischmarkt und die dort entstehende direkte Nähe zu jungen, innovativen Unternehmen beitragen“, so der GEOMAR Direktor.

www.osteolabs.de

PREVIEW onlinePressekontakt
GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel
Dr. Andreas Villwock (GEOMAR, Kommunikation & Medien)
Wischhofstr. 1-3
24148 Kiel
Tel.: 0431 600-2802,
presse(at)geomar.de



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Feiern gemeinsam die Ausgründung der osteolabs GmbH (v.l.n.r.): Dr. med. Michael Müller (UKSH), Dr. Stefan Kloth (ceo osteolabs), Schleswig-Holsteins Wissenschaftsministerin Karin Prien, Prof. Dr. Anton Eisenhauer (GEOMAR), GEOMAR-Direktor Prof. Dr. Peter Herzig.
Quelle: GEOMAR
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Prof. Dr. Anton Eisenhauer im Labor.
Quelle: Osteolabs
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Das osteolabs-Team (v.l.): Stefan Kloth, Michael Müller und Anton Eisenhauer
Quelle: Osteolabs
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Schemabild Osteoporose
Quelle: BruceBlaus (CC BY-SA 4.0)
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Prof. Dr. Anton Eisenhauer erklärt während des Festaktes die Grundlagen der Kalzium-Isotopen-Analyse.
Quelle: Jan Steffen/GEOMAR
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Dr. med Michael Müller (UKSH) erläutert, dass Osteoporose eine Volkskrankheit ist, die das Leben vieler Menschen einschränkt.
Quelle: Jan Steffen/GEOMAR
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