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Wie nachhaltig sind Tech-Unternehmen?

Deloitte Technology Sustainability Survey

Deloitte – Der Technologie-Sektor ist eine Schlüsselbranche. Hier wird über die Zukunft des Wirtschaftsstandorts Deutschland mitentschieden. Und wer heute über Zukunft spricht, muss auch über Nachhaltigkeit sprechen. „Nachhaltigkeit ist kein Trend, sondern eine Notwendigkeit“, erklärt Wolfgang Falter, Partner und Leiter der Sustainability Services bei Deloitte. „Erfolgreiche Unternehmen verstehen es, die Wechselwirkungen zwischen Wertschöpfungsketten, Gesellschaft und Umwelt wirksam zu managen." Wie wichtig das Thema ist, haben die deutschen Tech-Konzerne bereits erkannt. Bei der Umsetzung gibt es allerdings noch Optimierungsbedarf.

Ansatzpunkte für mehr Nachhaltigkeit bietet die Branche viele, angefangen beim Energiebedarf von Cloud-Diensten über die langen Lieferketten rund um den Globus bis hin zum Einsatz kritischer Rohstoffe bei der Chip-Produktion. Um die Nachhaltigkeitsdiskussion in der Tech-Branche auf eine konkrete Datenbasis zu stellen, hat Deloitte im Januar 2021 für die Technology Sustainability Survey 173 Experten aus deutschen Tech-Unternehmen befragt, wie sie es mit der Nachhaltigkeit halten.

Die Theorie sitzt

Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass das Thema in der Branche angekommen ist: 86 Prozent der befragten Führungskräfte sehen Nachhaltigkeit als einen wesentlichen Bestandteil ihrer Geschäftstätigkeit. Für 88 Prozent hat das Thema in den vergangenen Jahren an Bedeutung gewonnen. Außerdem steigt der Stellenwert von Nachhaltigkeit mit der Größe des Unternehmens. Nahezu alle Befragten aus Unternehmen mit mehr als 1.000 Mitarbeitern sehen Nachhaltigkeit als ein wichtiges Element ihres unternehmerischen Handelns. Bei fast jedem dritten Unternehmen mit weniger Mitarbeitern ist dies noch nicht der Fall. Hintergrund ist, dass in kleineren Unternehmen häufiger Ressourcen und Kompetenzen fehlen, um Nachhaltigkeitsthemen voranzutreiben.

Anreize für mehr Nachhaltigkeit gibt es genug und diese sind in der deutschen Tech-Branche vor allem wirtschaftlicher Natur. 57 Prozent der befragten Experten nannten die Senkung von Betriebskosten als wesentlichen Treiber ihrer Nachhaltigkeitsinitiativen.

47 Prozent erhoffen sich die Eroberung neuer Märkte und 42 Prozent reagieren auf die Nachfragen ihrer Kunden. 32 Prozent möchten die eigenen Mitarbeiter motivieren. Das Mindern von Klimarisiken (21 Prozent) und intrinsisches Engagement (6 Prozent) stehen hinten auf der Liste der Beweggründe.

In der Praxis zeigt sich eine Lücke zwischen Anspruch und Wirklichkeit

Tatsächlich zahlen sich Nachhaltigkeitsinitiativen aus: 84 Prozent der Führungskräfte nehmen bereits heute positive Effekte ihrer Aktivitäten wahr. Überdurchschnittlich wirkungsvoll sind Initiativen im Bereich Software and Services. Hier liegt die starke Zustimmung zur Wirksamkeit der eigenen Nachhaltigkeitsaktivitäten um 60 Prozent höher als im Hardware-Bereich.

Allerdings wird Nachhaltigkeit in den Unternehmen oft lauter postuliert als gelebt. Mehr als zwei Drittel der befragten Führungskräfte gaben an, eine Diskrepanz zwischen kommuniziertem und tatsächlichem Engagement wahrzunehmen. In großen Unternehmen mit mehr als 10.000 Mitarbeitern wird das Umsetzungsproblem von 82 Prozent der Befragten und damit besonders stark wahrgenommen. Diese Organisationen haben in der Regel auch besonders ehrgeizige Nachhaltigkeitsziele.

In kleineren Unternehmen mit oft bescheideneren Ambitionen klafft die Schere weniger stark auseinander. Das Umsetzungsproblem beim Thema Nachhaltigkeit zieht sich trotzdem durch die ganze Branche. Erfahrungsgemäß ist die Anpassung eingefahrener Systeme, Routinen und Normen in Unternehmen häufig ein langwieriger und komplexer Prozess.

Kritische Rohstoffe als größte Herausforderung für eine nachhaltigere Tech-Branche

Tatsächlich ist Nachhaltigkeit für Technologie-Unternehmen kein Selbstläufer: Die Branche ist geprägt von Rohstoffen und Prozessen, die nicht besonders nachhaltig, aber in vielen Fällen schwer zu ersetzen sind, und die häufig einen hohen Ressourcenverbrauch mit sich ziehen. Rund ein Drittel der Befragten sieht hier die größten Herausforderungen für mehr Nachhaltigkeit in der Technologie-Branche. Die gute Nachricht ist aber, dass das Commitment der Mitarbeiter und des Top-Managements in der Branche vorhanden ist. Nur rund 10 Prozent gaben an, dass die Unterstützung von Mitarbeitern und Management ein Problem darstellt.

Ein wichtiger Schritt hin zu mehr Nachhaltigkeit sind die Umsetzung ganzheitlicher Strategien. Doch das Thema wird von vielen Tech-Unternehmen, wie in anderen Branchen auch, derzeit noch vor allem ökologisch verstanden. Entsprechend sind auch die konkreten Nachhaltigkeitsinitiativen mit 32 Prozent größtenteils ökologisch ausgerichtet. Dahinter folgen hauptsächlich soziale (20 Prozent) und wirtschaftliche (15 Prozent) Strategien. Derzeit verfolgen nur 8 Prozent der befragten Unternehmen einen ganzheitlichen Nachhaltigkeitsansatz, in dem ökologische, soziale und ökonomische Aspekte gleichermaßen miteinbezogen werden.

„Natürlich steht die Tech-Branche beim Thema Nachhaltigkeit vor großen Herausforderungen, doch das Potenzial, dass hier schlummert ist noch größer", fasst Milan Sallaba, Partner und Leiter des Technology Sektors bei Deloitte, zusammen. „Unsere Ergebnisse zeigen, dass es sinnvoll ist, im Zweifelsfall kleine, kontinuierliche Schritte zu mehr Nachhaltigkeit zu machen, um die Lücke zwischen Anspruch und Wirklichkeit nicht unnötig groß werden zu lassen.“ Anlass zum Optimismus gibt aber nicht zuletzt die Tatsache, dass Dynamik und Innovation fester Bestandteil der DNA von Technologie-Unternehmen sind. „Jede Organisation hat passende Hebel, um Nachhaltigkeit voranzubringen - man muss sie nur betätigen."

PREVIEW onlinePressekontakt
Deloitte
Kristin Ofer
Media Manager
T. 089 – 290 36 – 6991
kofer@deloitte.de

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