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Deutscher Zukunftspreis an Pharma-Start-up vergeben

Gründer wider Willen statt Forscher im Weltkonzern

PREVIEW online - Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat die Wuppertaler Wissenschaftler Prof. Dr. rer. nat. Helga Rübsamen-Schaeff und Dr. rer. nat. Holger Zimmermann für ihre Arbeit zum "Schutz bei fehlendem Immunsystem – die lebensrettende Innovation gegen gefährliche Viren" mit dem Deutschen Zukunftspreis 2018 ausgezeichnet, dem Preis des Bundespräsidenten für Technik und Innovation.

Der Bundespräsident würdigt seit 1997 mit dem Deutschen Zukunftspreis herausragende Forschungs- und Entwicklungsprojekte. Wesentlich für die Auswahl der Preisträger sind der wissenschaftlich-technische Innovationsgrad sowie das Potenzial, diese Leistung in zukunftsfähige Arbeitsplätze umzusetzen. Der Bundespräsident vergibt den mit 250.000 Euro dotierten Preis, erfährt den Gewinner aber selbst auch erst im Moment der Preisvergabe. Die Entscheidung zwischen den drei Finalisten hatte eine mit Fachleuten aus Wissenschaft und Wirtschaft besetzte Jury wenige Stunden vor der Preisverleihung getroffen. Die Themen der diesjährigen Nominierungen gehören in die klassischen Sektoren der deutschen Wirtschaftsgeschichte – Maschinenbau, Medizin und Energiewirtschaft. Wie schon in der Vergangenheit leisten Innovationen in diesen Bereichen wesentliche Impulse für den Wirtschafts- und Forschungsstandort Deutschland.

Die Maschinenbauer

Nominiert war ein Team um Dipl.-Ing. (FH) Thomas Bayer und Dr.-Ing. E. h. Manfred Wittenstein von der Wittenstein SE mit der Entwicklung „Eine radikal neue Getriebegattung – Produktivitätssprünge für den Maschinenbau“. Ihr neues Getriebe gibt Grundkonzepte der Getriebeentwicklung auf, die rund ein halbes Jahrtausend gegolten haben. Für diese Entwicklung erhielt die Wittenstein SE 2015 den Hermes Award, jetzt sind die Entwickler durch die Nominierung in den "Kreis der Besten" des Zukunftspreises aufgenommen.

Die Energiewirtschafter

Ebenfalls nominiert und damit in den "Kreis der Besten" des Zukunftspreises aufgenommen wurde ein Team von der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, dem Forschungszentrum Jülich und der Hydrogenious Technologies GmbH aus Erlangen mit ihrem Projekt "Flüssige Wasserstoffspeicher – Wegbereiter einer künftigen Wasserstoffgesellschaft". Die Nominierten haben ein innovatives Konzept entwickelt, Wasserstoff auf einfache Weise zu speichern und ihn damit als Energiespeicher zu etablieren. Ihr Ansatz basiert auf einer seit rund fünfzig Jahren etablierten ungefährlichen und leicht handhabbaren Flüssigkeit, die Wasserstoff chemisch aufnehmen und bei Bedarf wieder abgeben kann, ohne dabei selbst verbraucht zu werden. Wird der Wasserstoff mit Strom aus Wind oder Sonnenlicht erzeugt, lässt sich so erneuerbare Energie speichern, transportieren und als CO2-emissionsfreier Kraftstoff nutzen. Da der Wasserstoff in einer Flüssigkeit gespeichert ist, kann die bestehende Transport-und Verteilinfrastruktur für flüssige Energieträger verwendet werden. Wasserstoff wird zum Energieträger von morgen – mit der Infrastruktur von heute.

Die ungeplanten Pharmagründer

Die Gewinner des Deutschen Zukunftspreis 2018 haben das weltweit erste und bislang einzige Medikament zur Vorbeugung von Infektionen mit einem weit verbreiteten Virus entwickelt, das bei Knochenmarktransplantationen häufig zu Komplikationen führt. Das Arzneimittel basiert auf einem neuartigen Wirkmechanismus. Es ist mittlerweile in vielen Ländern zugelassen und hat das Potenzial, die medizinische Behandlung von Transplantationspatienten und anderen Menschen mit geschwächtem Immunsystem zu revolutionieren.

Die jetzt ausgezeichneten Forscher hatten bei der Bayer AG auf Basis eines neuartigen Wirkstoffs solch ein Medikament entwickeln wollen. Doch der Pharmakonzern stellte seine Aktivitäten im Bereich der Infektionsforschung ein, lange bevor es ein marktfähiges Medikament gab. So wurden aus den Forschern um Prof. Rübsamen-Schaeff Unternehmer. Sie gründete 2006 zusammen mit weiteren ehemaligen Bayer-Mitarbeitern und unterstützt durch Investoren die AiCuris Anti-infective Cures GmbH. Prof. Rübsamen-Schaeff leitete das Unternehmen bis 2015, heute ist sie Vorsitzende des wissenschaftlichen Beirats. Dr. rer. nat. Holger Zimmermann ist Chief Executive Officer des Wuppertaler Unternehmens. Im neugeründeten Unternehmen entwickelten sie das Arzneimittel weiter bis zur entscheidenden klinischen Testphase. Für diese letzte klinische Prüfung ging die Wuppertaler Pharmafirma 2012 eine strategische Partnerschaft mit dem US-Unternehmen Merck Sharp & Dohme ein. Die führen derzeit eine Studie zum Einsatz des Medikaments auch bei Nierentransplantationen durch. Ist sie erfolgreich, könnte eine Zulassung dafür ab 2022 erfolgen. Vertrieben wird das Arzneimittel durch die amerikanischen Partner, aber AiCuris ist am Umsatz beteiligt und erhält Meilensteinzahlungen. So flossen bisher schon mehr als eine viertel Milliarde Euro an das Unternehmen, was mittlerweile zu einer positiven Unternehmensbilanz geführt hat. Für die deutsche Biopharma-Branche ist dieser Erfolg ein klares Signal: Innovative medizinische Entwicklungen aus Deutschland haben international gute Aussichten.

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Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat die Wuppertaler Wissenschaftler Prof. Dr. rer. nat. Helga Rübsamen-Schaeff und Dr. rer. nat. Holger Zimmermann für ihre Arbeit zum "Schutz bei fehlendem Immunsystem – die lebensrettende Innovation gegen gefährliche Viren" mit dem Deutschen Zukunftspreis 2018 ausgezeichnet, dem Preis des Bundespräsidenten für Technik und Innovation.
Quelle: DZP / bildschoen
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Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat die Wuppertaler Wissenschaftler Prof. Dr. rer. nat. Helga Rübsamen-Schaeff und Dr. rer. nat. Holger Zimmermann für ihre Arbeit zum "Schutz bei fehlendem Immunsystem – die lebensrettende Innovation gegen gefährliche Viren" mit dem Deutschen Zukunftspreis 2018 ausgezeichnet, dem Preis des Bundespräsidenten für Technik und Innovation.
Quelle: DZP / Ansgar Pudenz
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Schon die Nominierung ist eine große Ausziechnung. Die Nominierten gehören sind nun alle in den "Kreis der Besten" des Zukunftspreises aufgenommen.
Quelle: DZP / bildschoen
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Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat die Wissenschaftler des Projekts "Schutz bei fehlendem Immunsystem – die lebensrettende Innovation gegen gefährliche Viren" mit dem Deutschen Zukunftspreis 2018 ausgezeichnet, dem Preis des Bundespräsidenten für Technik und Innovation.
Quelle: DZP
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Der Bundespräsident würdigt seit 1997 mit dem Deutschen Zukunftspreis herausragende Forschungs- und Entwicklungsprojekte
Quelle: DZP
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