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Drohnen-Angriff auf Präsidenten

Großveranstaltungen müssen besser geschützt werden

PREVIEW online - Wieder einmal war der hightech presseclub (hpc) der Zeit weit voraus, als er bereits 2016 zu einer Veranstaltung einlud, die den Titel trug „Quadro-Killer – Anschläge aus der Luft“. Thema waren die wachsenden Gefahren für die Luftfahrt durch Drohnen und der Einsatz von Quadrocoptern als neue Waffenträgersysteme. Mit dem Anschlag auf den venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro hat es jetzt den ersten spektakulären bewaffneten Großangriff durch Drohnen gegeben. Wie die Regierung mitteilte, habe es sich um einen Anschlag mit sprengstoffbeladenen Drohnen des Typs DJI M600 gehandelt. Modelle des chinesischen Herstellers DJI sind in diversen Privathaushalten und Kinderzimmern zu finden. Lizenzen – wie seinerzeit auf der hpc-Veranstaltung gefordert - sind für den Drohnen-Erwerb und -Betrieb nach wie vor nicht erforderlich.

Sieben Soldaten seien bei diesem Drohnen-Angriff verletzt worden. Maduro machte die Opposition für den Angriff verantwortlich, doch es gibt auch Zweifel an der offiziellen Version. „Unabhängig davon, was in Venezuela tatsächlich passiert ist, sollten derartige Veranstaltungen grundsätzlich mit spezieller Technologie vor Drohnen geschützt werden“, sagt Jörg Lamprecht, CEO und Mitgründer der Kasseler Drohnenabwehrfirma Dedrone.

„Handelsübliche Drohnen können heute ohne weiteres mehrere Kilogramm Sprengstoff oder andere Substanzen transportieren“, so Lamprecht. „Technologie zur Detektion und Abwehr von Drohnen ist daher zwingend notwendig, um Angriffspläne idealerweise nicht nur bereits im Vorfeld aufzudecken oder im Ernstfall frühzeitig vor herannahenden Drohnen zu warnen.“ Auch die Piloten ließen sich orten und die Drohne stoppen. Wie der venezolanische Innenminister sagte, habe die Ehrengarde des Präsidenten die Signale der Drohnen mit speziellen Techniken gestört. Dadurch soll es gelungen sein, die Sprengladung außerhalb des geplanten Zielbereichs detoniert zu lassen.

Viele Großveranstaltungen in Deutschland noch ohne Drohnen-Schutz

In Deutschland werden derzeit noch die wenigsten Großveranstaltungen vor Drohnen geschützt. Hoffentlich ändert sich das nach diesem spektakulären Vorfall jetzt und die politisch Verantwortlichen hängen mit entsprechenden Gesetzgebungen nicht ständig den technischen Entwicklungen hinterher.

Dedrone hat ein System entwickelt, das den Luftraum mit verschiedenen Sensoren beobachtet und Drohnen schon in einer Entfernung von bis zu zwei Kilometern detektiert. Wird eine Drohne oder eine Fernsteuerung erkannt, verständigt das System sofort das Sicherheitspersonal. Die Position der Drohne wird dabei ebenso mitgeteilt, wie die des Piloten. Wenn man den Piloten hat, kann man den Flug am ehesten aufhalten. Das Dedrone-System wurde unter anderem beim Weltwirtschaftsforum 2017 und 2018 in Davos und der Beach-Volleyball-WM 2017 in Wien eingesetzt.

Anschläge im Vorfeld zu verhindern

Das Dedrone-System speichert zudem alle gesammelten Daten und wertet sie aus. So erhalten die Verantwortlichen entscheidende Informationen wie Flugrouten, Anzahl der Drohnenflüge, Tage und Tageszeiten, Drohnentypen und wiederkehrende Drohnen. „Es ist gut möglich das jemand, der einen Anschlag beispielsweise auf ein Stadion plant, vorher Testflüge absolviert. Wir können solche verdächtigen Aktivitäten anhand der erhobenen Daten feststellen. Unser Ziel ist es, einzugreifen, bevor etwas passiert“, so Lamprecht.

Beispiele für Anschläge mit Drohnen

Erst im Juli haben die mexikanischen Behörden über eine mit Granaten präparierte Drohne auf dem Haus eines regionalen Sicherheitschefs berichtet. Es kam allerdings nicht zur Detonation. Der Anschlag wurde von der Regierung als Reaktion des organisierten Verbrechens auf den Anti-Drogen-Kampf des Staates interpretiert.

Der IS nutzt handelsübliche Drohnen bereits seit Jahren, um Granaten und Bomben abzuwerfen. Verschiedene Organisationen wie Armament Research Services (ARES), PAX, Open Briefing und auch das Bundeskriminalamt warnen daher seit längerem davor, dass Drohnen von Terroristen und anderen feindlichen Gruppen für Anschläge auch auf Stadien und Großveranstaltungen missbraucht werden können.

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Killer-Drohnen: Themenabend im hightech presseclub
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