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Patentanmeldungen: Huawei Meister, Siemens Zweiter

Europäisches Patentamt stellt Jahresbericht vor

PREVIEW online - Beim Europäische Patentamt (EPA) sind im Jahr 2017 rund 166 000 Patentanmeldungen eingereicht worden. Das bedeutet eine Steigerung von 3,9% gegenüber dem Vorjahr und einen neuen Höchstwert in der Geschichte des Amtes. Die Zahl der europäischen Anmeldungen aus den 38 Mitgliedsstaaten des EPA stieg nur um 2,8% und machte knapp die Hälfte aller Anmeldungen aus. Die anmeldestärksten Länder waren die USA, von wo 26% aller Anmeldungen stammten, Deutschland mit einem Anteil von 15%, dicht gefolgt von Japan mit 13%. Mit Abstand folgen dann Frankreich mit einem 6% Anteil sowie China, das zwar aktuell nur rund 5 % aller Anmeldungen einreicht, aber mit einem erneuten Zuwachs in zweistelliger Höhe (+16,6%) die Schweiz überholte und zum ersten Mal in die Riege der fünf größten Anmeldeländer aufstieg. Japan weist nach mehreren Jahren rückläufiger Zahlen wieder ein Plus auf, das etwa der Gesamtentwicklung der Anmeldungen entspricht. Die große Ausnahme beim Aufwärtstrend unter den aktivsten Anmeldeländern bildet Südkorea mit einem Minus von 8,2% nach zwei Jahren kontinuierlicher Zunahme.

Deutschland Europameister bei Anmeldezahlen – aber mit geringer Dynamik

Die meisten europäischen Länder reichten 2017 mehr Anmeldungen beim EPA ein als im Vorjahr. Unter den Ländern mit größerem Anmeldevolumen nahmen die Patentanmeldungen aus den Niederlanden um 2,7% zu, nach einem Rückgang von 4,1% im Vorjahr. Italien und Großbritannien setzten ihren Aufwärtstrend mit +4,3% bzw. +2,4% fort. Deutsche Erfinder und Unternehmen reichten 2017 etwa 500 Patentanmeldungen mehr ein als im Vorjahr – damit zeigte Europas anmeldestärkstes Land zwar mit +1,9% erneut ein Wachstum, das aber deutlich geringer ist als beim Durchschnitt der Europäer.

Einfallsreiche Eidgenossen

Betrachtet man die Zahl der europäischen Patentanmeldungen im Verhältnis zur Einwohnerzahl eines Landes, belegt die Schweiz 2017 erneut den ersten Platz mit 884 Anmeldungen pro Million Einwohner. Es folgen mit großem Abstand die Niederlande mit 412, Dänemark und Schweden liegen mit 377 bzw. 374 fast gleich auf, gefolgt vom Nachbarn Finnland mit 329. Deutschland folgt mit 316 Anmeldungen pro Million Einwohner auf Platz 6. Japan ist mit 172 Anmeldungen pro Million Einwohner auf dem neunten Platz erneut das erstplatzierte außereuropäische Land im Ranking und bleibt deutlich über dem EU-Durchschnitt von 134 und den USA mit 130.

Europa noch Ideenschmiede der Weltwirtschaft

Hinsichtlich des Flusses der Patentanmeldungen zwischen den Wirtschaftsregionen mit den höchsten Anmeldezahlen, nämlich den EPA-Mitgliedsstaaten, China, Japan, Südkorea und den USA, exportierte Europa weiterhin mehr Erfindungen in andere Regionen als es importierte. Lediglich mit Japan bestand ein ausgeglichenes Export/Import Verhältnis. Die Bilanz der Patentanmeldungen blieb für die europäischen Unternehmen positiv. Das unterstreicht die starke Position Europas in Bezug auf die Innovationskraft.

Europa bunt gemischt

Die Medizintechnik bleibt das Technologiesegment mit der größten Anzahl Patentanmeldungen beim EPA, mit einer Steigerung von über 6%, verglichen mit dem Vorjahr. Spitzenreiter im Bereich Medizintechnik ist mit 686 Anträgen Philips. Auf den Bereich Medizin entfallen mit 13.090 nicht nur mehr Anmeldungen als auf die Bereiche Digitale Kommunikation mit 11.694 und Computertechnik mit 11.174 Anmeldungen, er weist auch kräftigeres Wachstum auf als diese. Das stärkste Wachstum bei den zehn aktivsten Technologiefeldern verzeichnete mit 14,5% die Biotechnologie, gefolgt von Arzneimitteln mit 8,1%. Der Bereich Transport ist der einzige der zehn großen Technologiesegmente mit einem Rückgang der Anmeldezahlen.

Einige Länder, besonders China und Südkorea, weisen hohe Anmeldezahlen auf, die sich in wenigen bestimmten Bereichen, insbesondere im Sektor Informations- und Kommunikationstechnologie, konzentrieren. Bei anderen Volkswirtschaften – dazu gehören die meisten EPA-Mitgliedsstaaten, die USA und Japan – sind die Patentanmeldungen breiter auf verschiedene Technologiefelder verteilt. Dieses Muster spiegelt auch eine kürzlich durchgeführte EPA-Studie zum Thema “Patente und die Vierte Industrielle Revolution“ wider: Europäische Unternehmen waren den Ergebnissen zufolge vor allem in den Schlüsselbereichen breiter vertreten, etwa in künstliche Intelligenz und intelligente Anwendungen bei Fahrzeugen. Asiatische Unternehmen dominierten in der Informations- und Kommunikationstechnologie.

Huawei first – Siemens second

Das erste Mal in der Geschichte des Europäische Patentamt steht mit Huawei ein chinesisches Unternehmen im Jahresbericht an der Spitze der Firmen mit den meisten Patentanmeldungen. Huawei reichte 2398 Anmeldungen ein, 0,3% mehr als im Vorjahr. Aufsteiger des Jahres ist Siemens. Die Zahl der vom Unternehmen zum Patent angemeldeten Erfindungen lag mit 2.220 rund 19 Prozent über der des Vorjahres. Damit rückte Siemens vom sechsten Platz auf den zweiten vor, gefolgt von LG, Samsung und Qualcomm. In den Top Ten befinden sich mit Siemens, Philips, Bosch und Ericsson vier Unternehmen aus Europa, drei aus den USA (Qualcomm, United Technologies, Intel), zwei aus Südkorea (LG, Samsung) und Huawei aus China.

In den Top 50 der Anmelder sind fast ausschließlich Konzerne zu finden. Insgesamt sorgten Großunternehmen aber nur für 69% aller Anmeldungen. Einzelerfinder, sowie Klein-und Mittelständische Unternehmen sorgten zusammengenommen für 24% der Anmeldungen beim EPA. Universitäten und öffentliche außeruniversitäre Forschungseinrichtungen trugen mit 7% zum Anmeldevolumen bei. So schaffte es die Fraunhofer-Gesellschaft mit 460 Anmeldungen sogar auf Platz 44 des Anmelder-Rankings.

Audi innovativer als Apple

Die öffentliche Einschätzung der Innovationstätigkeit eines Unternehmens korrespondiert nicht immer mit den Patentanmeldungen beim EPA. So sucht man Apple vergebens in den Top 50 der Patentanmelder. Der vermeintliche Technologieführer hat es nicht mal in die Top Ten der US-Anmelder geschafft. Ganze 272 Patente hat Apple angemeldet. Das ist nicht mal ein Viertel der 1159 Anmeldungen von Microsoft und nur gut halb so viele wie von Google und dem Medizintechnik-Hersteller Medtronic, die beide je 527 Anmeldungen einreichten. Apple landet damit hinter dem Tabak-Riesen Philip Morris und dem Glas-und Keramikspezialisten Corning auf Platz 17 der US-Anmelderliste. Wäre Apple ein deutsches Unternehmen, so landete es zwischen Audi mit 280 Anmeldungen und Thyssenkrupp mit 263 Patentanträgen auf Platz 11 der nationalen Anmelderliste.


Den EPA-Jahresbericht mit detaillierten Statistiken und Informationen zur Tätigkeit des Europäischen Patentamts findet man unter:

www.epo.org/annual-report2017

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EPA-Präsident Battistelli stellte den Jahresbericht 2017 in Brüssel vor.
Quelle: EPO
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EPA-Präsident Battistelli stellte den Jahresbericht 2017 in Brüssel vor.
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Das erste Mal in der Geschichte des Europäische Patentamt steht mit Huawei ein chinesisches Unternehmen im Jahresbericht an der Spitze der Firmen mit den meisten Patentanmeldungen. Siemens rückte auf den zweiten Platz vor, nun gefolgt von LG, Samsung und Qualcomm.
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Einige Länder weisen hohe Anmeldezahlen auf, die sich in wenigen bestimmten Bereichen konzentrieren. Bei anderen Volkswirtschaften – wie etwa Deutschland - sind die Patentanmeldungen breiter auf verschiedene Technologiefelder verteilt.
Quelle: EPO
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Die 30 größten Anmelder beim EPA aus Deutschland.
Quelle: EPO
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