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Ausgezeichnet in neues Zeitalter der Robotik starten

Bundespräsident verleiht Deutschen Zukunftspreis 2017

PREVIEW online - Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat das Team des Projekts "Mittelpunkt Mensch – Roboterassistenten für eine leichtere Zukunft" mit dem Deutschen Zukunftspreis 2017, dem Preis des Bundespräsidenten für Technik und Innovation ausgezeichnet. Die Roboterassistenten, die Prof. Dr.-Ing. Sami Haddadin und sein Team in Kooperation mit der Münchener Firma Franka Emika entworfen und gebaut haben, stehen für eine völlig neue Generation der Robotik und sind konzipiert, um dem Menschen zu helfen und ihn zu entlasten. Der Assistenzroboters Panda soll 2018 zum meistverkauften Roboter der Welt werden.

Nur marktfähige Entwicklungen sichern Deutschlands Wohlstand

Für den neuen Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier war sofort klar, dass er den 1997, dem Jahr seiner Ruck-Rede, vom damaligen Präsidenten Roman Herzog erstmals vergebenen Zukunftspreis weiter führen wird. Schließlich, so sieht es Steinmeier, hängt die Zukunft des Landes ganz entscheidend von den Menschen ab, von ihren Ideen, ihrer Neugier und Kreativität. Er betonte bei der Preisverleihung aber: „Ideen alleine machen es am Ende auch nicht, sondern entscheidend ist, ob die Idee die Brücke schlägt in die Unternehmen, in die Wirtschaft. Und das genau sind Leistungen, die mit dem Deutschen Zukunftspreis prämiert werden.“ Der Bundespräsident würdigt mit dem mit 250.000 Euro dotierten Deutschen Zukunftspreis herausragende Forschungs- und Entwicklungsprojekte. Die Auswahl trifft für ihn eine hochkarätige Jury. Wesentlich für die deren Entscheidung sind der wissenschaftlich-technische Innovationsgrad sowie das Potential, diese Leistung in zukunftsfähige Arbeitsplätze umzusetzen. Die Entwicklung des Siegerteams hat bereits zu ersten neuen Arbeitsplätzen geführt. Vor Kurzem lief im Allgäu die Produktion des Assistenzroboters Panda an.

Das Siegerteam

Das Siegerteam setzt sich zusammen aus Professor Dr.-Ing. Sami Haddadin, derzeit Direktor am Institut für Regelungstechnik der Leibniz Universität Hannover, Dr. Simon Haddadin, Geschäftsführer der Franka Emika GmbH, München, und Sven Parusel, "Chief Engineer" der Franka Emika GmbH. Alle drei haben zuvor jahrelang am Institut für Robotik und Mechatronik des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) geforscht. Gemeinsam haben sie ein neuartiges Konzept für kostengünstige, flexible und intuitiv bedienbare Roboter entwickelt und setzten es jetzt in einem gemeinsam gegründetem Start-Up um. So machen sie Robotern zu Helfern des Menschen. Dabei erschließen sie der Robotik mit der neuen Kategorie des kooperativen maschinellen Assistenten eine breite Palette neuer Anwendungen, nicht nur in der Industrie sondern auch bei der Unterstützung älterer, kranker oder behinderter Menschen.

Das neue Zeitalter der Robotik

Im Wesentlichen hatte sich die Robotik in den letzten drei Jahrzehnten nicht sehr verändert. Ihr Realeinsatz beschränkt sich noch immer auf vergleichsweise wenig Anwendungsfelder. Für ihre Einsätze werden die sehr kostenintensiven Maschinen aufwändig programmiert. Dann wiederholen sie unermüdlich und sehr genau die ihnen vorgegeben Positionierungsaufgaben, klassischerweise etwa zum Setzen von Schweißpunkten, oder sie bewegen Etwas, beispielsweise einen Farbspüher, entlang vorbestimmter Konturen. Flexibel sind sie dabei nicht. Die Reaktion auf Unprogrammiertes, etwa Menschen in ihrem Wirkungsbereich, besteht oft nur aus Nothalt. Diese Maschinen können Menschen bestimmte Tätigkeiten abnehmen, aber nicht mit ihnen zusammen arbeiten. Die neuartigen Roboterassistenzsysteme sind völlig anders. Sie sind hoch sensibel, flexibel, hilfsbereit und für große Zahl potentieller Anwendbar auch finanzierbar.

Wesentlich für die Möglichkeit der Mensch-Maschine-Zusammenarbeit ist, dass die maschinellen Assistenten über einen künstlichen Tastsinn verfügen. Für jede Achse, jedes „Gelenk“ des mechanischen Apparates, gibt es ein dem muskulären Apparat nachempfundenes Sensorsystem. Diese hochempfindliche Feinfühligkeit erlaubt eine Nachgiebigkeit und Reaktivität durch ein künstliches zentrales Nervensystem aus Algorithmen, das die Motorik des Menschen imitiert. Die Sensordaten werden so zu intelligenten Aktorsignalen, also Bewegungen und Kräften umgesetzt.

Das Robotersystem lässt sich wie ein Smartphone über Apps bedienen und ist lernfähig. Es kann automatisch, zusammen mit dem menschlichen Benutzer, neue Fähigkeiten erlernen. Da das System vernetzt ist, kann es erlernte Fähigkeiten an andere Systeme übertragen. Bald sollen Entwickler-Tools zur Verfügung gestellt werden, damit sich schnell und einfach eine Anwender-Community etablieren kann. So können dann Roboter-Apps von Start-Ups, Studenten oder Hobbyisten entwickelt werden. Diese eröffneten dann der Technologie neue kommerzielle und nicht kommerzielle Anwendungsbereiche. Vor allem auch kleine und mittelständische Unternehmen können durch den Zugriff auf derartige Systeme stark profitieren und ihre nationale und internationale Konkurrenzfähigkeit beibehalten. Franka Emikas „Powertool“ Panda wurde bereits auf der Hannover Messe 2017 vorgestellt und ist jetzt aus der Serienproduktion für unter 10.000 € verfügbar.

Sami Haddadin – Lieber München als MIT

Sami Haddadin wurde 1980 in Neustadt a. Rbg. geboren. Nach dem Studium der Elektrotechnik, Informatik sowie Technologiemanagement an der Universität Hannover, der Fernuniversität Hagen, der University of Oulu (Finnland) und der TU München promovierte er 2011 an der RWTH Aachen. Die Dissertation wurde als beste europäische Dissertation in der Robotik ausgezeichnet. Es folgten Aufenthalte als Gastwissenschaftler in den USA, u.a. an der Stanford University. Bis 2014 war er am Robotik und Mechatronik Zentrum des DLR beschäftigt. Derzeit arbeitet der weltweit anerkannte Wissenschaftler als Direktor am Institut für Regelungstechnik der Leibniz Universität Hannover. Angebote der Stanford Universität sowie das berühmten MIT lehnte er ab, folgt zum 1. April 2018 aber der Berufung der TU München auf die neugeschaffene Professur für „Robotics Science and Systems Intelligence“ in der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik. Zugleich wird er Mitglied der Fakultät für Informatik der TUM. Haddadin wird das neue Integrative Forschungszentrum „Munich School of Robotics and Machine Intelligence“ aufbauen. „Professor Haddadin ist eine Schlüsselberufung in der Gesamtstrategie der TUM“, sagte TUM-Präsident Prof. Wolfgang A. Herrmann, der die Berufung Haddadins initiiert und vorangetrieben hatte. Er betont: „Mit Sami Haddadin gewinnen wir einen weltweit umworbenen Experten in der Robotik, der Herausragendes an der Schnittstelle Mensch-Maschine-Systeme leistet. Umso herzlicher freuen wir uns über seine ehrenvolle Auszeichnung mit dem Zukunftspreis des Bundespräsidenten.“

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Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat das Team des Projekts "Mittelpunkt Mensch – Roboterassistenten für eine leichtere Zukunft" mit dem Deutschen Zukunftspreis 2017 ausgezeichnet.
Quelle: DZP / bildschoen
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Das Siegerteam des Deutschen Zukunftspreis 2017 mit dem Assistenzroboter Panda(v.l.n.r.): Sven Parusel, Chief Engineer der Franka Emika GmbH; Professor Dr.-Ing. Sami Haddadin, derzeit Direktor am Institut für Regelungstechnik der Leibniz Universität Hannover; Dr. Simon Haddadin, Geschäftsführer der Franka Emika GmbH, München
Quelle: DZP / Ansgar Pudenz
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Derzeit entwickelt das Team den Hausroboter GARMI, der alten Menschen den Erhalt der Selbstständigkeit ermöglichen und der Entlastung von Pflegekräften dienen soll.
Quelle: DZP / Ansgar Pudenz
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Der Bundespräsident würdigt mit dem Deutschen Zukunftspreis herausragende Forschungs- und Entwicklungsprojekte. Wesentlich für die Entscheidung sind der wissenschaftlich-technische Innovationsgrad sowie das Potenzial, diese Leistung in zukunftsfähige Arbeitsplätze umzusetzen.
Quelle: DZP
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Der Deutsche Zukunftspreis ist der Preis des Bundespräsidenten für Technik und Information. Die Auszeichnung wurde erstmals 1997 verliehen und gilt innovativen Leistungen aus dem technik-, natur- und ingenieurwissenschaftlichen Bereich, die anwendungsorientiert sind und wirtschaftliches Potenzial haben.
Quelle: DZP
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