Artikel-Filter
IFA
MEDICA
Akkreditieren Sie sich hier zu den kommenden PREVIEWs

Frühe Diagnose bei Arterienverkalkung

Neue Software macht es möglich

TUK - Wenig Bewegung, fettes Essen, viele Zigaretten – Faktoren wie diese begünstigen eine Arterienverkalkung, auch Arteriosklerose genannt. Wird das Blut nicht mehr richtig durch die Adern gepumpt, kann es zu Herzinfarkt oder Schlaganfall kommen. Ärzte können die Erkrankung meist erst im fortgeschrittenen Stadium diagnostizieren. Informatiker der Technischen Universität Kaiserslautern (TUK) entwickeln ein Computerprogramm, mit dem Ärzte die Verkalkung früher aufzuspüren sollen. Dazu nutzen sie Bilddaten aus Computertomographien (CT). Auf der Medizintechnikmesse Medica vom 13. bis 16. November in Düsseldorf stellen sie die Technik am Forschungsstand (Halle 7a, Stand B06) von Rheinland-Pfalz vor.

Rund vier Millionen Menschen in Deutschland leiden laut der deutschen Gefäßliga an einer Arterienverkalkung. In den Industrieländern ist sie sogar für die Hälfte aller Todesfälle verantwortlich. „Die Erkrankung wird oft erst im fortgeschrittenen Stadium entdeckt“, sagt Christina Gillmann, Doktorandin am Lehrstuhl „Computer Graphics and Human Computer Interaction“ von Professor Dr. Hans Hagen. „Ärzte können die Ablagerungen in den Blutgefäßen auf CT-Bildern beispielsweise erst erkennen, wenn schon dickere Schichten an den Gefäßwänden vorhanden sind.“ Um die Patienten zu therapieren, hilft dann oft nur noch eine Operation. Rechtzeitig erkannt könnten Betroffene die Krankheit allerdings mit gesunder Ernährung und Bewegung in den Griff bekommen.

Die Informatiker um Gillmann entwickeln derzeit ein Computerprogramm, das Ärzten dabei helfen soll, früh eine Diagnose zu stellen. Dabei nutzen sie bereits vorhandene CT-Bilder. Diese Röntgentechnik liefert Medizinern schichtweise Patienten-Bilder, die meist in Graustufen dargestellt werden. „Die Auflösung der Bilder ist hierbei nicht sehr hoch“, fährt die Forscherin fort. „Die Daten müssen anders aufbereitet werden, um die Arteriosklerose im Frühstadium zu erkennen.“ Zwar gebe es derzeit schon Techniken, mit denen solche Werte aus den CT-Daten herausgelesen werden könnten. Sie seien aber schlicht zu kompliziert und im Praxisalltag für Mediziner nicht anwendbar.

Für ihr Computerprogramm filtern die Informatiker zusätzliche Informationen aus den CT-Aufnahmen heraus. Auf diese Weise lassen sich zum Beispiel die Verzweigungen der Arterien genau darstellen. Die Kaiserslauterer Forscher arbeiten dabei eng mit Medizinern aus dem US-amerikanischen Dayton um Professor Dr. Thomas Wischgoll und aus Kolumbien um Professor Dr. José Tiberio Hernández Peñaloza zusammen. Das Verfahren ist nicht nur für Ärzte interessant, sondern auch für Industrieunternehmen. Sie könnten mit der Technik etwa ihre Produkte gezielter durchleuchten, um mögliche Schadstellen aufzuspüren.

Bis das System eines Tages in Krankenhäusern zum Einsatz kommen wird, braucht es allerdings noch ein paar Jahre Entwicklungsarbeit. Auf der Medica stellen die Wissenschaftler ihr Verfahren am rheinland-pfälzischen Forschungsstand vor.

Die Arbeitsgruppe Computer Graphics and Human Computer Interaction forscht schon lange daran, Daten aus Bildgebungsverfahren für die Medizin derart aufzubereiten, dass sie im klinischen Alltag einfach und zuverlässig nutzbar sind. So ist es ihnen etwa gelungen, mit ihren Verfahren Tumore in Bildern deutlicher von gesundem Gewebe abzutrennen. Die Informatiker arbeiten in ihren Projekten eng mit verschiedenen Partnern zusammen, unter anderem mit dem Universitätsklinikum Leipzig und der Premier Health Klinik im US-amerikanischen Bundesstaat Ohio.

PREVIEW onlinePressekontakt
Technischen Universität Kaiserslautern
Katrin Müller
Leitung Hochschulkommunikation
Tel.: +49(0)631/205-4367
Fax: +49(0)631/205-3658
Mail: katrin.mueller[at]verw.uni-kl.de

Fragen zu diesem Projekt beantwortet:
Fragen beantwortet:
Christina Gillmann
Computer Graphics and Human Computer Interaction
Tel.: 0631-205-2642
E-Mail: c_gillma(at)cs.uni-kl.de

Google+ Facebook Twitter XING Pinterest Blogger LinkedIn Bit.ly Delicious Email Print Addthis


Download

Die Informatiker um die Doktorandin Gillmann entwickeln derzeit ein Computerprogramm, das Ärzten dabei helfen soll, früh eine Diagnose zur Arterienverkalkung zu stellen.
Quelle: Thomas Koziel / TUK
ANZEIGE
ANZEIGE


Ericsson treibt 5G-Standardisierung

Neue Mobilfunk- und Netztechnik
Ericsson – Vertreter von Ericsson und anderer großer Telekommunikationsunternehmen trafen sich kürzlich, um in einer Arbeitsgruppe der International Telecommunication Union (ITU), der Internationalen ...



Deutschlands nachhaltigste Firmen

Die Nomininierungen stehen
Deutscher Nachhaltigkeitspreis - Die Finalisten des Deutschen Nachhaltigkeitspreises für Unternehmen stehen fest. Im zehnten Jahr würdigt die Auszeichnung Unternehmen, die in vorbildlicher Weise ...



Weltweit erste per Gestik steuerbare Drohne

Aura macht das Fliegen zum Kinderspiel
- Mit Aura bringt KD Germany eine neue Art Indoor-Drohne auf den Markt, die durch einfache Handbewegungen gesteuert wird und mit der sich Drohnenfans ab sechs Jahren wie ein richtiger Superheld fühlen ...



Ein Tablet für die ganze Familie

Umfassender Kinderschutz und altersgerechte Spiele
- Digitalisierung und Tablets machen auch vor Kinderzimmern nicht halt – klar, High-Tech fasziniert auch schon die Kleinsten! Eltern hingegen sind oft besorgt, ob der Nachwuchs sicher im Netz unterwegs ist ...



WannaCry: Übt Nordkorea den Cyber-War

Der nächste Angriff kommt bestimmt
- Hunderttausende Computer in mehr als 150 Ländern wurden gehackt. Ist die weltweit größte Cyber-Attacke nur ein Warmklicken? Ziehen Nordkoreas Hacker und IT-Profis schon mal ins Manöver und üben für den ...



Drehscheibe für Crossindustry Innovation

DI 18: Der 11. DEUTSCHE INNOVATIONSGIPFEL
PREVIEW online - Die Digitalisierung erhöht den Innovationsdruck immens. Die Entwicklungsgeschwindigkeit steigt exponentiell. Selbst Großunternehmen kommen nicht mehr ohne externes, branchenfremdes Know-how aus. ...



Europa wird unabhängig von GPS

Galileo-Satelliten erfolgreich gestartet
PREVIEW online - Die nächsten vier Galileo-Satelliten sind am 12. Dezember um 19:36:Uhr deutscher Zeit an Bord einer Ariane-5 von Europas Raumflughafen Kourou in Französisch-Guayana erfolgreich gestartet. Mit diesem Start ...



Cloud und Hybrid-Cloud beflügeln

Weltweiter Umsatz von Servern wächst
Gartner – Laut dem IT-Research und Beratungsunternehmen Gartner steigt der weltweite Umsatz von Servern im Vergleich zum Vorjahr um 16 Prozent. Im Vergleich zum zweiten Quartal 2016 steigen die ...



4-D-Rekonstruktion echter Szenen mit nur einer Kamera

EU-Forschungspreis für Saarbrücker Informatik-Professor
MPI Informatik - Um reale Szenen in virtuelle dreidimensionale Welten zu übertragen, wird heute hoher Aufwand betrieben. Der Saarbrücker Informatik-Professor Christian Theobalt will dies vereinfachen und ...



Deutscher Nachhaltigkeitspreis Forschung 2017

Clausthaler Forscher und Partner gewinnen
TU Clausthal - Jubelarien, Beifallsstürme, Umarmungen: Die Freude war riesig, als das Clausthaler Verbundprojekt „bio-elektrochemische Brennstoffzelle” (BioBZ) vor 1200 Gästen und 100 Medienvertretern im ...



ANZEIGE
Presse-Mitteilungen   RSS-Feed
ANZEIGE
About
PREVIEW online ist ein multimediales News-Portal für technisch Interessierte.
Ohne langes Suchen und Site-hopping finden Sie hier gewünschte Informationen. Mit einem Blick sehen Sie auf PREVIEW online sofort, welche Medien zu den jeweiligen Themen vorhanden sind. Eine optimale Kombination aus Kategorien, Schlagwort- und Volltextsuche erleichtert Ihnen das Finden gewünschter Informationen erheblich. Wenn Sie Wichtiges über Themen, Unternehmen, News, die Sie interessieren, nicht verpassen möchten, abonnieren Sie sich unseren NEWS-Allert.
Alle Infos sind nur 1 Klick entfernt - das ist PREVIEW online.
IMPRESSUM / Kontakt