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High- oder Slowspeed?

Internet oft deutlich langsamer als versprochen

PREVIEW online - Telekommunikationsanbieter werben gerne mit „Highspeed-Internet“ und Spitzen-Übertragungsraten. Viele von uns wissen es aus leidvoller Erfahrung aber besser: In der Praxis sind die Leitungen meist deutlich langsamer als versprochen. Die Bundesnetzagentur will das jetzt nicht mehr länger hinnehmen. Sie hat jetzt nachmessen lassen bei rund 160.000 Festnetz- und Mobilanschlüssen. Das megatraurige Ergebnis: Im Festnetz hätten nur rund zwölf Prozent der Anschlüsse tatsächlich die vertraglich zugesicherte Maximalgeschwindigkeit geliefert. Bei Mobilfunkanschlüssen sah es noch schlimmer aus. Nur rund fünf Prozent (!!) lieferten laut Studie die angebotene und auch bezahlte Geschwindigkeit.

Ist es nicht dasselbe wie bei den Angaben über die angeblichen Spritverbräuche bei den Autos? Jeder weiß, dass die nicht stimmen, aber kein Verantwortlicher tut etwas dagegen. Ähnlich verhält es sich auch mit den Provider-Angaben über die Geschwindigkeit in Fest- und Mobilfunknetzen. Die Bundesnetzagentur will aber nicht länger wegschauen. Sie hat nachmessen lassen, veröffentlicht erstmals detaillierte Ergebnisse ihrer Breitbandmessung, schafft so Transparenz und verstärkt den Handlungsdruck auf die Anbieter.

„Über alle Bandbreiteklassen und Anbieter hinweg erreichen Kunden oft nicht die maximale Geschwindigkeit, die ihnen in Aussicht gestellt wurde. Allerdings fallen die Ergebnisse bei einzelnen Bandbreiten und zwischen den Anbietern unterschiedlich aus“, betont Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur. „Immerhin aber hat die Hälfte der Nutzer bei allen betrachteten Anbietern im Festnetz mindestens 60 Prozent der vertraglich vereinbarten maximalen Datenübertragungsrate erreicht, bei einzelnen Anbietern sogar über 90 Prozent.“

Ergebnisse im Festnetz

Je nach Bandbreiteklasse erreichten vier bis rund 25 Prozent der Endkunden 100 Prozent der vereinbarten maximalen Datenübertragungsrate. Der niedrigste Wert wurde in der überwiegend von ADSL-Anschlüssen geprägten Bandbreiteklasse von 8 bis <18 Mbit/s erzielt.

Auch zwischen den Anbietern gab es mit Blick auf das Erreichen der vereinbarten maximalen Datenübertragungsrate Unterschiede. Bezogen auf die Anbieter reichte die Spanne von ein bis rund 35 Prozent der Endkunden.

Im Tagesverlauf fiel insbesondere in der Bandbreiteklasse 200 bis <500 Mbit/s die Leistung in der abendlichen Peak-Zeit stark ab. Diese Bandbreiteklasse wird durch Produkte der Kabelnetzbetreiber geprägt.

Im Vorfeld der Messung wurde die Kundenzufriedenheit abgefragt. Rund 65 Prozent der Kunden waren mit der Leistung ihres Anbieters zufrieden und bewerteten diese mit „sehr gut“, „gut“ oder „zufriedenstellend“. Es hat sich gezeigt, dass zufriedene Endkunden einen besseren Verhältniswert der tatsächlichen gemessenen Datenübertragungsrate im Vergleich zur vereinbarten maximalen Datenübertragungsrate erzielten.

Ergebnisse im Mobilfunk

Bei mobilen Breitbandanschlüssen lag das Verhältnis zwischen tatsächlicher und vereinbarter maximaler Datenübertragungsrate unter dem von stationären Anschlüssen. Betrug der Anteil von Endkunden, der mindestens die Hälfte der maximalen Übertragungsrate erreichte, im Festnetz knapp über 70 Prozent, wurde dieser Wert bei den mobilen Anschlüssen lediglich von unter 30 Prozent der Nutzer erreicht.

Aber auch bei mobilen Breitbandanschlüssen bewerteten Endkunden die Anbieter weit überwiegend mit den Noten „sehr gut“, „gut“ oder „zufriedenstellend“ (82,8 Prozent). Dies legt den Schluss nahe, dass die Endkunden bei mobilen Breitbandanschlüssen eher die Mobilität und die zur Verfügung stehende Performance bewerten als das Erreichen der in Aussicht gestellten maximalen Datenübertragungsrate.

Messungen lassen keine Rückschlüsse auf Breitbandversorgung zu

Die Ergebnisse der Breitbandmessung hängen davon ab, welchen Tarif der Nutzer mit dem Anbieter vereinbart hat. Insofern können auf der Grundlage der Breitbandmessung keine Aussagen zur Versorgungssituation oder Verfügbarkeit von breitbandigen Internetzugangsdiensten getroffen werden.

Der Bericht umfasst den Zeitraum vom 25. September 2015 bis zum 25. September 2016. Für stationäre Breitbandanschlüsse wurden 106.159 und für mobile Breitbandanschlüsse 53.651 valide Messungen berücksichtigt.

Der vollständige Bericht ist auf der Internetseite der Bundesnetzagentur zu finden unter:

www.bundesnetzagentur.de/breitbandmessung

Pressekontakt
PREVIEW online
Redaktion
Eckerkamp 139b
22391 Hamburg
Tel. +49-40-53 930 460
press(at)pre-view-online.com

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