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Nacht des Wissens in Hamburg

4. November: schlau statt grau

PREVIEW online - Über 50 Hochschulen, außeruniversitäre Forschungseinrichtungen und weitere wissenschaftliche Institutionen in Hamburg und der Metropolregion öffnen am 4. November 2017 ihre Türen. Zur Nacht des Wissens haben die Wissenschaftler wieder über 1000 Programmpunkte für Interessierte vorbereitet. Vom Jungfernstieg und vom S-Bahnhof Bergedorf starten kostenfreie Shuttlebusse. Sie pendeln auf Sonderlinien zwischen den Veranstaltungsorten. Die Einzelveranstaltungen erstrecken sich über weite Themenfelder wie unter anderem Medizin und Gesundheit, Kunst und Kultur, Natur und Technik. Wer sich für erneuerbare Energien oder Luftfahrtforschung interessiert, wird ebenso fündig wie Kunstbegeisterte und Freunde Hamburgischer Geschichte.

Auf der Internetseite www.ndwhh.de können Besucherinnen und Besucher sich ihre persönliche Nacht des Wissens zusammenstellen und ausdrucken oder auf das Smartphone schicken. Je nach Themenwunsch, Stadtteilpräferenz oder Uhrzeit lassen sich die mehr als 1.000 Programmpunkte individuell auswählen. Der Eintritt frei, Anmeldung nicht erforderlich.

In Hamburg wird der Tag zur Nacht des Wissens

In den Wissenschaftszelten am Jungfernstieg beginnt bereits ab Mittag ein vielseitiges Programm: Hochschulen und Forschungseinrichtungen aus der Metropolregion präsentieren sich und geben einen ersten Einblick in die faszinierende Wissenschafts- und Forschungsszene Norddeutschlands. Zudem können Besucherinnen und Besucher bei spannenden Experimenten im Zelt des NDR-Wissenschaftsmagazins plietsch mitmachen. Parallel zur Nacht des Wissens findet auch in diesem Jahr der Tag der offenen Tür bei DESY statt. Von 12 Uhr mittags bis 12 Uhr nachts präsentiert sich das Forschungszentrum DESY und seine Gast- und Partnerinstitute auf dem Forschungscampus Bahrenfeld. Dazu pendelt zusätzlich zwischen 12.00 Uhr und 16.30 Uhr ein Busshuttle im 8-Minuten-Takt zwischen Jungfernstieg und DESY.

Bahrenfeld: Big Data und die hellste Leuchte der Welt

Über 150 Aktionen und Attraktionen sind auf dem Forschungscampus in Hamburg-Bahrenfeld zu erleben. Auf dem DESY-Campus kann man in den großen Experimentierhallen der Röntgenlichtquelle PETRA III beispielsweise Forschung mit VR-Brillen in 360 Grad erleben oder mit dem eigenen Handy auf Pixeljagd gehen. Man kann erfahren, wie Wissenschaftler atomare Protein-Modelle mit Hilfe einer 3D-Computergrafik erstellen. Die Türen der großen Kommandozentrale für die DESY-Beschleuniger sind geöffnet, ebenso wie die des Computermuseums im DESY-Rechenzentrum. Von DESYs IT-Experten kann man sich über Big Data, Rechnersicherheit, weltweite Netzwerke, GRIDs & Clouds informieren lassen und mit einem modifizierten Fahrrad im Wortsinn er-fahren-, wie viel Energie zum Betrieb eines Rechenzentrums nötig ist.

Eines der Arbeitsgebiete des DESY ist die Forschung mit Licht. Forschungsdirektor Edgar Weckert erklärt lebhaft und anschaulich, was man mit dem besonderen Licht aus DESYs Beschleunigern alles erforschen kann. Im Rahmen des Kinderprogramms wird bei „Von der Kerze zum Röntgenlaser“ erläutert, was eine Fackel von der Sonne und von den „modernen“ Lichtquellen unterscheidet. Das Licht mehr als nur Beleuchten kann wird beim „ Skalpell der Zukunft“ klar, einem Skalpell, das schneidet, ohne Narben zu verursachen. Auch eine Zellentnahme ohne Biopsienadel ist denkbar. Es wird erklärt, wie dies in Zukunft mithilfe von speziellen Lasern funktioniert! Dazu gibt es anschauliche Beispiele aus dem Labor in Bild und Video.

Das neue Highlight auf dem DESY-Campus ist European XFEL, der größte und leistungsfähigste Röntgenlaser der Welt. Er ist erst Anfang September seiner Bestimmung übergeben worden. Der 3,4 Kilometer lange unterirdische Röntgenlaser produziert extrem helle und ultrakurze Lichtblitze – künftig bis zu 27.000 Mal pro Sekunde, und damit 200 Mal mehr als andere Röntgenlaser. Mit Hilfe spezieller Instrumente ermöglichen diese Röntgenblitze völlig neue Einblicke in atomare Details und schnelle Prozesse im Nanokosmos. So ist er ein extrem hochauflösendes Mikroskop mit extremer Zeitlupe. European XFEL Geschäftsführer Prof. Dr. Robert Feidenhans’l erklärt, was der European XFEL eigentlich ist, wie er funktioniert, wofür er gut ist, und wie man Experimente macht. Wie man ihn betreibt, wird im Kontrollraum deutlich.

Rund um die Messehallen: Ganz große Weltpolitik und ganz kleine Kunstwerke

Hamburg ist führend in der Klimaforschung, der Forschungsstandort für die Klima- und Erdsystemforschung befindet sich in unmittelbarer Nähe der Messehallen, dem Tagungsgelände des G-20-Gipfels im Juli. „Klima“ stand unter anderem daher auch auf dem Partnerprogramm des Gipfels. Was die Partner der Politiker erfuhren, erfahren nun alle. Die Forscher Prof. M. Claußen, Prof. B. Stevens, Prof. T. Ludwig halten ihren Vortrag ein zweites Mal. Das vergangene, heutige und zukünftige Klima wird mit Hilfe von Supercomputern modelliert. Was den G-20-Gästen verwehrt blieb, steht Besuchern bei der Nacht des Wissens offen. Besichtigen Sie Computer und Datenspeicher des Deutschen Klimarechenzentrums.

Südlich des Messegeländes befinden sich die Bucerius Law School und die Physikalischen Institute der Universität. Neben einem umfangreichen Vortragsprogramm zur Nanotechnologie und den Nanowissenschaften können dort verschiedene Labore und Messplätze besichtigt werden, an denen herausragende physikalische Entdeckungen gemacht wurden und auch aktuell immer wieder wissenschaftliches Neuland betreten wird. In der Ausstellung „Nanotechnologie – Aufbruch in neue Welten“ nehmen die Forscher die Öffentlichkeit mit auf eine spannende Entdeckungsreise ins Reich der Atome und Moleküle. Gut bekannte Materialien zeigen in diesem Größenbereich plötzlich völlig neue Eigenschaften und vertraute Naturgesetze scheinen nicht mehr zu gelten. Anhand von anschaulichen Modellen und Exponaten aus Wissenschaft und Wirtschaft wird über die vielen Möglichkeiten der Nanotechnologie informiert, aber auch auf Risiken eingegangen, die die Nanotechnologie wie jede neue Technologie mit sich bringen kann. Wer schon immer einmal einzelne Atome beobachten und sogar mit ihnen Fußball spielen wollte, ist dort genau richtig. Werden Sie kreativ und zeichnen Sie bei der Live-Atommanipulation mit einzelnen Atomen!

Jahresausstellung der HafenCity Universität Hamburg

Vom 3. bis 9. November lädt die HafenCity Universität Hamburg (HCU) zur Jahresausstellung ein: Unter dem Motto „Science and the City - neue Ideen für die gebaute Umwelt" präsentieren Studierende ihre Arbeiten und Projekte aus dem letzten Jahr. Wer sich für Bauen und Stadtentwicklung interessiert, hat Anfang November also gleich zwei Gründe für einen Besuch in der HafenCity: Zum ersten Mal findet die HCU-Jahresausstellung zeitgleich mit der Hamburger Nacht des Wissens am 4. November statt.

Die Studienprogramme Architektur, Bauingenieurwesen, Stadtplanung, Geodäsie und Geoinformatik, Kultur der Metropole, Urban Design und Resource Efficiency in Architecture and Planning präsentieren Modelle, Plakate, Renderings, Magazine, Filme, Performances und Installationen der letzten Semester. Ob ökologisch, sozial, baulich, technisch oder kulturell – die Perspektiven sind dabei so vielfältig wie die Städte selbst. Die ehemalige Direktorin des Museums für Hamburgische Geschichte konzipiert an der HCU Hamburg ein Forschungs-, Informations- und Ausstellungszentrum für Architektur und Stadtentwicklung in Hamburg. Sie blickt mit Vorfreude auf die Ausstellung, die einen guten Einblick in die Themenvielfalt der HCU gibt. „Wir zeigen Studierendenprojekte aus dem letzten Jahr von der Planung für Wohnraum in Flughafennähe, über partizipative Wohnprojekte mit Geflüchteten und Anwohnern, Entwürfe für den Erhalt von bedrohten Baudenkmälern wie den City-Hof bis hin zu einem Kooperationsprojekt zu innovativen Ernährungsweisen in der Großstadt.“, so Prof. Dr. Lisa Kosok, die seit Oktober 2016 als Professorin für „Kulturerbe und Museumswissenschaften“ an der HCU Hamburg tätig ist.

www.ndwhh.de

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PREVIEW online
Redaktion
Eckerkamp 139b
22391 Hamburg
Tel. +49-40-53 90 410–0
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Tag der offenen Tür bei DESY und 5. Hamburger Nacht des Wissens 2013
Quelle: DESY/ Lars Berg
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Blick in den Tunnel des supraleitenden European-XFEL-Beschleunigers
Quelle: DESY/ D. Nölle
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Die erste Experimentierstation am European XFEL geht in Betrieb.
Quelle: DESY/ Lars Berg
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Am Forschungsstandort für die Klima- und Erdsystemforschung gibt es im Geomatikum Windkanäle. Hier wird u.A. untersucht, wie sich Bebauung auf Wind auswirkt.
Quelle: UHH / CEN / W.Huppertz
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Dieses kleine Gemälde wurde von Besuchern mit einzelnen Atomen erstellt
Quelle: Universität Hamburg
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