Artikel-Filter
IFA
MEDICA
Akkreditieren Sie sich hier zu den kommenden PREVIEWs

Massenunfälle realistisch abbilden

VR erobert Medizin-Ausbildung

PREVIEW online - Das "Virtuelle Hospital" der Hamburger Hochschule für angewandte Wissenschaften (HAW) könnte die Ausbildung für angehende Mediziner revolutionieren. Prof. Dr.-Ing. Boris Tolg arbeitet seit 2013 mit seinem Team am HAW an dem ehrgeizigen VR-Projekt, das einem echten Krankenhaus sehr nahekommt. Wer eine Datenbrille trägt oder einen entsprechenden Simulationsraum (Cave) betritt, kann sich darin bewegen, Patienten in Krankenzimmern Medikamente verabreichen und deren Wirkung studieren – alles virtuell natürlich. Durch den Einsatz solcher Trainingsmethoden lassen sich Ergebnisse erzielen, die mit denen in der Realität vergleichbar sind. Auch Szenarien aus der Unfallchirurgie lassen sich üben - zum Beispiel ein Massenunfall mit vielen Verletzten. Die Vertreter der Fachpresse konnten sich auf der PREVIEW anlässlich der MEDICA im Rahmen einer Exkursion selbst von der Leistungsfähigkeit des Hospitals aus Bits & Bytes überzeugen.

Das "Virtuelle Hospital" ist eine Lern- und Prüfungssoftware, die seit 2013 als Kooperation zwischen der Universität Duisburg-Essen und der Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Hamburg entwickelt wird. Die Software ermöglicht die Untersuchung von Patienten in verschiedenen virtuellen Szenarien.

Ein Szenario setzt sich aus verschiedenen Informationen zusammen. Ein wesentlicher Faktor, der es dem Lernenden ermöglicht sich mit der aktuellen Situation zu identifizieren, ist das 3D-Modell der Umgebung durch die er sich bewegen kann. Dies kann zum Beispiel eine Landstraße sein, auf der sich ein Autounfall ereignet hat und auf der Gefahrgut austritt. Es kann aber auch ein Behandlungszimmer in einer unfallchirurgischen Notaufnahme, oder auch einer anderen Fachdisziplin sein. In einer solchen Umgebung wird es dem Lernenden ermöglicht mit Personen zu interagieren, die sich in dem Szenario befinden.

Auf der Landstraße kann das bedeuten, dass eine Person zunächst einmal angesprochen wird, um zu überprüfen, ob sie bei Bewusstsein ist. In einer unfallchirurgischen Notaufnahme kann es bedeuten, dass zunächst eine Anamnese durchgeführt wird um danach eine Blutuntersuchung anzuordnen. Das Design des "Virtuellen Hospitals" wurde von Anfang an darauf ausgelegt, abhängig von dem jeweiligen Szenario verschiedene Interaktionsmöglichkeiten anzubieten.

Ein wesentlicher Aspekt des "Virtuellen Hospitals" ist, dass viele Optionen der Simulation mit Hilfe eines Editors erweiterbar sind.

Krankheitsinformationen: Je nach Szenario gibt es bereits ein bestehendes Set von typischen Krankheitsbildern. Zum Beispiel verschiedene Frakturen bei einem Autounfall. Der Editor erlaubt es jedoch, neue Krankheitsbilder zu modellieren um damit die bestehenden Fälle zu erweitern. Dies ist besonders relevant bei Prüfungen, in denen nicht die Standardfälle geprüft werden sollen, sondern spezielle Situationen, die für alle Prüflinge gleich sind.

Richtlinien: Die Richtlinien sind vergleichbar, aber nicht identisch, mit den Richtlinien, wie sie in der Medizin verwendet werden. Für das "Virtuelle Hospital" sind Richtlinien eine Möglichkeit zu überprüfen, ob der Lernende sich in einer vorgegeben Situation richtig verhalten hat. Diese Regeln sind jedoch nicht immer als medizinische Richtlinien verfügbar. Außerdem können sie in verschiedenen Ländern unterschiedlich sein, sodass der Editor eine Anpassung an die "Hausregeln" ermöglicht.

Formulare: Je nach verwendeter Software können die Formulare zum Anfordern von z.B. Röntgenbildern unterschiedlich aussehen. Mit Hilfe des Editors kann das Aussehen dem hausüblichen Erscheinungsbild der Software angenähert werden.

Maßnahmen: Als Maßnahme wird bei dem "Virtuellen Hospital" eine Interaktion mit einem virtuellen Patienten bezeichnet. Dabei kann es sich um die Fragen handeln, die bei einer Anamnese gestellt werden, oder das Verschreiben eines bestimmten Medikaments zur Behandlung einer Krankheit. Mit Hilfe des Editors ist es so möglich schnell auf neue Medikamente zu reagieren und diese in der Software anzubieten.

Szenarien: Mit Hilfe des Editors können auch neue Szenarien hinzugefügt werden. Dazu müssen jedoch 3D-Modelle existieren, die mit dem Format des "Virtuellen Hospitals" kompatibel sind. Alle Änderungen, die mit dem Editor vorgenommen werden sind sofort in der 3D-Umgebung nutzbar.

Durch die vielfältigen Möglichkeiten der Anpassung bietet das "Virtuelle Hospital" optimale Einsatzmöglichkeiten als Ergänzung zu Vorlesungen, als Vorbereitung zu Prüfungen, sowie auch für Prüfungen selbst. Basierend auf den hinterlegten Richtlinien erhalten die Studierenden eine individuelle Rückmeldung zu ihrem Vorgehen. Bei Prüfungen erhalten die Prüfer einen standardisierten Ergebnisbogen, der es ermöglicht das verhalten der Studierenden objektiv zu vergleichen.

Einen Mitschnitt der Keynote von Prof. Tolg finden Sie unter "Audio-Download".

www.haw-hamburg.de

Pressekontakt
PREVIEW online
Redaktion
Eckerkamp 139b
22391 Hamburg
Tel. +49-40-53 930 460
press(at)pre-view-online.com

Google+ Facebook Twitter XING Pinterest Blogger LinkedIn Bit.ly Delicious Email Print Addthis


Download

Dr.-Ing. Boris Tolg, Fakultät Life Sciences Department Medizintechnik, Professor für Informatik und Mathematik HAW Hamburg
Quelle: PREVIEW
Download

Dr.-Ing. Boris Tolg, Fakultät Life Sciences Department Medizintechnik, Professor für Informatik und Mathematik HAW Hamburg, erklärt das "Virtuelle Hospital".
Quelle: PREVIEW
Download

Dr.-Ing. Boris Tolg, Fakultät Life Sciences Department Medizintechnik, Professor für Informatik und Mathematik HAW Hamburg
Quelle: PREVIEW
Download

Dr.-Ing. Boris Tolg, Fakultät Life Sciences Department Medizintechnik, Professor für Informatik und Mathematik HAW Hamburg
Quelle: PREVIEW
Download

Blick in das "Virtuelle Hospital"
Quelle: HAW
ANZEIGE
ANZEIGE


Ericsson treibt 5G-Standardisierung

Neue Mobilfunk- und Netztechnik
Ericsson – Vertreter von Ericsson und anderer großer Telekommunikationsunternehmen trafen sich kürzlich, um in einer Arbeitsgruppe der International Telecommunication Union (ITU), der Internationalen ...



Deutschlands nachhaltigste Firmen

Die Nomininierungen stehen
Deutscher Nachhaltigkeitspreis - Die Finalisten des Deutschen Nachhaltigkeitspreises für Unternehmen stehen fest. Im zehnten Jahr würdigt die Auszeichnung Unternehmen, die in vorbildlicher Weise ...



Weltweit erste per Gestik steuerbare Drohne

Aura macht das Fliegen zum Kinderspiel
- Mit Aura bringt KD Germany eine neue Art Indoor-Drohne auf den Markt, die durch einfache Handbewegungen gesteuert wird und mit der sich Drohnenfans ab sechs Jahren wie ein richtiger Superheld fühlen ...



Ein Tablet für die ganze Familie

Umfassender Kinderschutz und altersgerechte Spiele
- Digitalisierung und Tablets machen auch vor Kinderzimmern nicht halt – klar, High-Tech fasziniert auch schon die Kleinsten! Eltern hingegen sind oft besorgt, ob der Nachwuchs sicher im Netz unterwegs ist ...



WannaCry: Übt Nordkorea den Cyber-War

Der nächste Angriff kommt bestimmt
- Hunderttausende Computer in mehr als 150 Ländern wurden gehackt. Ist die weltweit größte Cyber-Attacke nur ein Warmklicken? Ziehen Nordkoreas Hacker und IT-Profis schon mal ins Manöver und üben für den ...



Gib Dingen ein zweites Leben – Reparatur stärken

Reparaturen sollten steuerlich absetzbar sein
Umweltbundesamt - Auch Reparaturen außerhalb des Haushalts sollten steuerlich absetzbar sein. Dies schlug das Umweltbundesamt (UBA) zum Start der Europäischen Woche der Abfallvermeidung (EWAV) vor. „Wenn ...



Vom Desktop DNA-Lab bis zum Transparent-LKW

Die 25 größten Innovationen des Jahres
PREVIEW online - Alle Jahre wieder stellt das Time Magazin eine Liste 25 Innovationen des Jahres vor. Innovationen, die völlig unterschiedlichen Bereichen entspringen können. Ob nützliche oder weniger sinnvolle Neuerung: ...



Orchester brillanter Köpfe

Die Schweiz steigt ins Rennen um AI ein
Mindfire - Talente werden derzeit weltweit gesucht, die in der Schweiz gemeinsam das menschliche Bewusstsein zu entschlüsseln versuchen. Der erste Schritt auf dieses Ziel hin, die Mindfire Mission-1, wird ...



HotSpot auf vier Rädern

CarConnect macht Alt- zu Smart-Autos
DTAG - Nicht nur Neuwagen können ein sogenanntes intelligentes und vernetztes Auto sein. Der CarConnect-Adapter und die dazugehörige Smartphone-App machen ab sofort viele Autos ab Baujahr 2006 zu ...



Der gestapelte Farbsensor

Präzise Farberkennung mit maximaler Auflösung
Empa - Rot-, blau- und grün-empfindliche Farbsensoren aufeinanderschichten anstatt sie mosaikförmig aufreihen – mit diesem Prinzip könnten sich Bildsensoren mit einer noch nie dagewesenen Auflösung und ...



ANZEIGE
Presse-Mitteilungen   RSS-Feed
ANZEIGE
About
PREVIEW online ist ein multimediales News-Portal für technisch Interessierte.
Ohne langes Suchen und Site-hopping finden Sie hier gewünschte Informationen. Mit einem Blick sehen Sie auf PREVIEW online sofort, welche Medien zu den jeweiligen Themen vorhanden sind. Eine optimale Kombination aus Kategorien, Schlagwort- und Volltextsuche erleichtert Ihnen das Finden gewünschter Informationen erheblich. Wenn Sie Wichtiges über Themen, Unternehmen, News, die Sie interessieren, nicht verpassen möchten, abonnieren Sie sich unseren NEWS-Allert.
Alle Infos sind nur 1 Klick entfernt - das ist PREVIEW online.
IMPRESSUM / Kontakt